Die gute alte Tagesschau, das Informationsportal, dem ich einfach noch vertraue. Vielleicht, weil sie mir schon so lange erzählt, was in der Welt los ist: kompetent, zuverlässig, unprätentiös. Wenn Jens Riewa mir erzählt, was bis Redaktionsschluss so alles passiert ist, dann fühle ich mich sicher informiert.
Doch was passiert hier gerade?
Ein Video aus Syrien wird eingeblendet, auf dem Menschen scheinbar im Krieg sind. Quelle ist nicht etwa der Reporter vor Ort, wer will´s ihm verübeln, sondern Youtube. Die Berichte stammen, so heißt es in einem Nebensatz, „aus unbestätigten Quellen“ oder werden „laut Aussagen von“ rezitiert. Immer häufiger passieren „angebliche“ Dinge, die „so scheinen“, zumindest „vermutlich“.
Sicher sind auch „angebliche“ Informationen unter Umständen berichtenswert, will man auch aus „unbestätigten Quellen“ die Anbahnung von Ereignissen erfahren. Muss es aber zu den unbestätigten Quellen denn auch noch ein unbestätigtes Youtube-Video sein, das angeblich etwas zeigt, von dem man nicht einmal weiß, ob es überhaupt stattgefunden hat?
Und wie geht es weiter? Fordert Jens Riewa uns demnächst auf, in einer Nachrichten-Wunschliste auf Youtube zu wählen, oder mag Tom Buhrow uns sogar anbieten, unser ganz persönliches Nachrichtenvideo zu erstellen, vielleicht mit einer Software, die es bei herunterzuladen gibt?
„Alles Panikmache!“, höre ich´s tönen. Die (sogenannten) neuen Medien jedoch finden in der täglichen Berichterstattung immer mehr Raum. Vor einigen Jahren waren es noch mit vermutlich großem Aufwand forcierte Berichte der Regierungen Bush und Blair über Chemiewaffen im Irak, die immerhin einen Krieg dort rechtfertigen konnten. Heute brauchte es unter Umständen nur noch ein kleines Video von selben Stellen, um als Nachricht in den öffentlich rechtlichen Einzug zu halten.
„Währet den Anfängen!“ möchte ich dem entgegensetzen. Wenn es keine verlässlichen Nachrichten gibt, dann gibt es eben keine, und wenn es zu unverlässlichen Nachrichten keine Bilder gibt, dann sollten wenigstens die ausbleiben, denn „unbestätigt“ + „unbestätigt“ ist am Ende noch lange nicht = „Bestätigt“, auch wenn es der Quote gut täte. Die allerdings sollte sich aus der Seriosität der Nachrichten ergeben und nicht aus der Tatsache, dass da jemand gerade die schönsten Bildchen zu angeblichen Nachrichten hat.
In diesem Sinne: „Und morgen ist ein neuer Tag“ — und dann vielleicht mit weniger und dafür bestätigten Nachrichten.
Montag, 15. August 2011
Montag, 8. August 2011
Sprachstörung
…inspiriert von George Carlin.
Ich mag ja meine Muttersprache. Vielleicht nur, weil ich sie nunmal besser kann als jede andere. Und deshalb mag ich es nicht, wenn man sie missbraucht.
Jetzt über die zu lästern, deren geringer Wortschatz durch "weißt' was ich mein" und "Alder" aufgefüllt wird, wäre einfach. Das ist zwar traurig, aber auch langweilig als Thema. Mindestens so gruselig ist zum Einen, welche Superlative und Steigerungen uns nach wie vor in Werbung und PR aufgetischt werden (dazu ein späterer Post) und zum Anderen, wie unsere Sprache verkompliziert und verdoppelt wird, um uns über die wahren Hintergründe hinweg zu täuschen und uns einzulullen, in ein Blabla, das so tut, als sei es intelligent.
Dabei werden Begriffe mit Adjektiven aufgebläht, die redundant sind. Das Umschreiben dient lediglich dazu klüger zu klingen, ist aber letztlich unglaublich blöde und bläht das Gesagte auf, obwohl es einfach gesagt dasselbe meinte. Medien in jeder Form tun sich gerne durch solche Formulierungen hervor und zwar genau die, die allgemein als seriös gelten. Hier ein paar Lieblinge:
Die geschlossene Faust – Und eine Faust war noch mal was?
Die totale Abstinenz – Joah. Machen oder lassen.
Ein einzigartiges Individuum.
Eine neue Initiative.
Zukunftspläne – Ist es nicht die Natur eines Plans, dass er in die Zukunft zeigt? Wie spaßig kann es wohl sein, die Vergangenheit zu planen? Und zur Gegenwart stelle ich mir das ungefähr so vor: "Du, ich kann grad nicht, ich plane eben meine Gegenwart. Ach Mist, schon vorbei. Gleich noch mal. Ach, schon wieder um." "Du, lass Dich nicht aufhalten und viel Erfolg noch." "Danke für die Ermutigung, Sysiphus." Außerdem wünsche ich mir, dass in einem Vorstellungsgespräch die Frage "Wo sehen Sie sich in fünf Jahren" endlich einmal mit dem Satz beantwortet wird: "Wenn Ihnen keine bessere Frage einfällt, dann zwei Etagen über Ihnen, Arschloch". Aber das nur am Rande.
Genau richtig – wie könnte etwas weniger richtig als richtig sein bzw. richtiger als richtig?
Ein persönlicher Freund.
Der innere Kern.
Die jüdische Synagoge.
All das wäre mit einem Wort genauso gesagt, wie mit zweien. Und – was noch wichtiger ist – es wäre genauso verstanden. Der Sender käme sich nur nicht ganz so überlegen vor.
Aber es geht – wie so oft – noch schlimmer. Denn manches Geschwafel ist Blendwerk. Kaum zu toppen ist dabei das Gratisgeschenk!
Das an sich ist Blödsinn, denn der Begriff Geschenk beschreibt ausreichend, dass man dafür nichts zahlt. Leider stimmt das häufig schon im Privaten nicht, wo doch allzu oft Gegenleistungen vom Beschenkten erwartet werden. Natürlich unausgesprochen, sonst wär's ja einfach. Aber pervertiert wird der Begriff im Marketing. Da nämlich entpuppt sich das Gratisgeschenk als gar nicht mehr so gratis. Es ist nichtmal ein Geschenk. Es ist ein vorgegaukelter Bonus – wie ein Rabatt – der nur dann greift, wenn man irgend etwas tut, das dem Schenkenden Geld einbringt. Hier wird also das Geschenk nicht nur mit dem Adjektiv gratis aufgebläht, es wird auch noch sinnentleert. Schade eigentlich, aber kost' ja nix.
Und damit zu meinem anderen Liebling bei den Redundanzen, dem Endergebnis. Äh – ja. Laut Duden ist das Ergebnis die Folge einer Anstrengung oder einer Unterlassung oder etwas, was durch Rechnung, Messung, Auszählung o.Ä. ermittelt wird. Und wo steht so etwas oder eine solche Folge normalerweise? Am Ende? Ui!
Ich will also mal nicht so sein und der Sportreportage ihr Zwischenergebnis oder ihr Halbzeitergebnis durchgehen lassen, obwohl beides eigentlich nur -stand heißen dürfte. Aber ausgerechnet in der ach so seriösen Berichterstattung zu Wahlen gibt es einen Begriff, bei dem man nur staunen kann. Hier genügt das Endergebnis nicht mehr, es gibt ein vorläufiges Endergebnis und zwar ein vorläufiges, amtliches Endergebnis. Wow! Dem Schöpfer dieses Begriffs möchte ich denselben Orden wider die Vernunft verleihen, wie dem der Abkürzung ELSTER.
Noch mal zum Mitschreiben: Vorläufiges, amtliches Endergebnis. WAS? Zählt Ihr noch, oder wisst Ihr schon?
Es gibt keine vorläufigen Ergebnisse. Es gibt ein Ergebnis oder keins. Alles dazwischen ist kein Ergebnis, es ist vielleicht ein Halbzeitstand. Und wie amtlich kann so ein Konstrukt sein? Zugegeben, wenn man sich den Begriff auf der Zunge zergehen lässt, versteht man Duisburg besser, aber ganz ehrlich, wie quetscht man die Begriffe vorläufig und Ergebnis zusammen? Damit es keiner merkt klebt man noch ein End- dran und packt ein amtlich dazwischen. Das ist amtlich gruselig!
Vielleicht sollte ich die neue Initiative ergreifen und den einzigartigen Individuen im Finanzamt meine vorläufige, amtliche Endsteuererklärung mit einem schicken Gratisgeschenk in der geschlossenen Faust darreichen. Falls diese, meine Zukunftspläne den persönlichen Freunden dort den inneren Kern nicht genau richtig treffen, kann ich ja in einer jüdischen Synagoge ein leises Gebet sprechen oder die totale Abstinenz vom eigenen Besitz schwören.
Hoch die gläsernen Gläser!
Ich mag ja meine Muttersprache. Vielleicht nur, weil ich sie nunmal besser kann als jede andere. Und deshalb mag ich es nicht, wenn man sie missbraucht.
Die geschlossene Faust – Und eine Faust war noch mal was?
Die totale Abstinenz – Joah. Machen oder lassen.
Ein einzigartiges Individuum.
Eine neue Initiative.
Zukunftspläne – Ist es nicht die Natur eines Plans, dass er in die Zukunft zeigt? Wie spaßig kann es wohl sein, die Vergangenheit zu planen? Und zur Gegenwart stelle ich mir das ungefähr so vor: "Du, ich kann grad nicht, ich plane eben meine Gegenwart. Ach Mist, schon vorbei. Gleich noch mal. Ach, schon wieder um." "Du, lass Dich nicht aufhalten und viel Erfolg noch." "Danke für die Ermutigung, Sysiphus." Außerdem wünsche ich mir, dass in einem Vorstellungsgespräch die Frage "Wo sehen Sie sich in fünf Jahren" endlich einmal mit dem Satz beantwortet wird: "Wenn Ihnen keine bessere Frage einfällt, dann zwei Etagen über Ihnen, Arschloch". Aber das nur am Rande.
Genau richtig – wie könnte etwas weniger richtig als richtig sein bzw. richtiger als richtig?
Ein persönlicher Freund.
Der innere Kern.
Die jüdische Synagoge.
All das wäre mit einem Wort genauso gesagt, wie mit zweien. Und – was noch wichtiger ist – es wäre genauso verstanden. Der Sender käme sich nur nicht ganz so überlegen vor.
Aber es geht – wie so oft – noch schlimmer. Denn manches Geschwafel ist Blendwerk. Kaum zu toppen ist dabei das Gratisgeschenk!
Das an sich ist Blödsinn, denn der Begriff Geschenk beschreibt ausreichend, dass man dafür nichts zahlt. Leider stimmt das häufig schon im Privaten nicht, wo doch allzu oft Gegenleistungen vom Beschenkten erwartet werden. Natürlich unausgesprochen, sonst wär's ja einfach. Aber pervertiert wird der Begriff im Marketing. Da nämlich entpuppt sich das Gratisgeschenk als gar nicht mehr so gratis. Es ist nichtmal ein Geschenk. Es ist ein vorgegaukelter Bonus – wie ein Rabatt – der nur dann greift, wenn man irgend etwas tut, das dem Schenkenden Geld einbringt. Hier wird also das Geschenk nicht nur mit dem Adjektiv gratis aufgebläht, es wird auch noch sinnentleert. Schade eigentlich, aber kost' ja nix.
Und damit zu meinem anderen Liebling bei den Redundanzen, dem Endergebnis. Äh – ja. Laut Duden ist das Ergebnis die Folge einer Anstrengung oder einer Unterlassung oder etwas, was durch Rechnung, Messung, Auszählung o.Ä. ermittelt wird. Und wo steht so etwas oder eine solche Folge normalerweise? Am Ende? Ui!
Ich will also mal nicht so sein und der Sportreportage ihr Zwischenergebnis oder ihr Halbzeitergebnis durchgehen lassen, obwohl beides eigentlich nur -stand heißen dürfte. Aber ausgerechnet in der ach so seriösen Berichterstattung zu Wahlen gibt es einen Begriff, bei dem man nur staunen kann. Hier genügt das Endergebnis nicht mehr, es gibt ein vorläufiges Endergebnis und zwar ein vorläufiges, amtliches Endergebnis. Wow! Dem Schöpfer dieses Begriffs möchte ich denselben Orden wider die Vernunft verleihen, wie dem der Abkürzung ELSTER.
Noch mal zum Mitschreiben: Vorläufiges, amtliches Endergebnis. WAS? Zählt Ihr noch, oder wisst Ihr schon?
Es gibt keine vorläufigen Ergebnisse. Es gibt ein Ergebnis oder keins. Alles dazwischen ist kein Ergebnis, es ist vielleicht ein Halbzeitstand. Und wie amtlich kann so ein Konstrukt sein? Zugegeben, wenn man sich den Begriff auf der Zunge zergehen lässt, versteht man Duisburg besser, aber ganz ehrlich, wie quetscht man die Begriffe vorläufig und Ergebnis zusammen? Damit es keiner merkt klebt man noch ein End- dran und packt ein amtlich dazwischen. Das ist amtlich gruselig!
Vielleicht sollte ich die neue Initiative ergreifen und den einzigartigen Individuen im Finanzamt meine vorläufige, amtliche Endsteuererklärung mit einem schicken Gratisgeschenk in der geschlossenen Faust darreichen. Falls diese, meine Zukunftspläne den persönlichen Freunden dort den inneren Kern nicht genau richtig treffen, kann ich ja in einer jüdischen Synagoge ein leises Gebet sprechen oder die totale Abstinenz vom eigenen Besitz schwören.
Hoch die gläsernen Gläser!
Samstag, 6. August 2011
Samstag, 23. Juli 2011
Stonnnooo
Es mag Menschen geben, die sich gerne in das allabendliche Einkaufsgetümmel stürzen, um irgend etwas essbares zu ergattern. Ich gehöre nicht dazu. Sicher, es gibt so´ne und solche. Rewe gehört immerhin noch zu so´nen, Lidl und spätestens Aldi zu solchen. Prekäres Einkaufen macht halt einfach immer noch ´n bissl weniger Spaß.
Nun ja, es gibt Schlimmeres, als zu viel Auswahl zu haben, richtig: zu wenig zu haben. Alles Paletti und alles auch soweit verstanden und akzeptiert. Also wurschtel ich mich durch den Rewe und wenn ich mich in den Regalreihen verliere, mutmaßend, dass die doch schon wieder irgendwie umgestellt wurden, denke ich an den EDEKA Scheck-in (was das zu bedeuten hat ist mir bis heute ein Rätsel) und freue mich, dass ich aus meinem Bad-Vilbel-Südbahnof-Rewe im schlimmsten Falle wenigstens sofort wieder rausfinde. Auch dank des Security-Mannes, der sich am Eingang langweilt, der hülfe mir bestimmt, denke ich dann so.
Endlich an der Kasse, treffe ich auf eine lange Schlange, die nun auch seitens des Kassierers bemerkt wird, was ihn zum x-ten Male dazu bringt "zweite Kasse bitte, Herr Ogluboglu bitte!" in sein Mikro zu säuseln. Und während diejenigen, die eigentlich zuletzt an die Kasse kamen, nun (naturgemäß) plötzlich als erste an der neuen Kasse stehen, freue ich mich, dass Herr Ogluboglu sich noch `ne Menge Zeit lässt und ich am End doch noch vor den Vordränglern an die Reihe komme.
Weit gefehlt, denn plötzlich plätschern andere Worte aus der Lausprecheranlage: "Storno, Herr Oglubogul, Storno bitte!" Nun kommt der gelangweilte Herr O. also mit einem Schlüssel an die Kasse, steckt ihn rein, dreht ihn rum und schenkt dem weiteren Vorgehen keine Beachtung. Hier könnten nun Goldbarren verschoben werden und ich frage mich, wieso denn der Kassierer nicht gleich selbst sein doofes Storno durchführen kann.
Ich rege mich nicht auf, denn ich weiß ja, dass ich ein Begehr in mir trage, das zu weiteren Verzögerungen führen wird: Ich höre es schon als nächstes aus dem Lautsprecher tönen:
"Tabakschlüssel bitte, Tabakschlüssel."
Warten
"Tabakschlüssel bitte, Tabakschlüssel"
Warten
Enldich kommt der Tabakschlüssel und ich wundere mich, warum nicht nur dem Kunden unterstellt wird, dass er wohl den Tabak (und die Rasierklingen und den teueren Weinbrand) gerne klaut, sondern scheinbar auch dem Personal, dem eigenen wohlgemerkt.
Und in diesen Gedanken an das scheinbare Misstrauen der ganzen Welt des Einkaufs gegenüber tönt zum Schluss dann das von mir am meisten Befürchtete:
"Danke, dass Sie bei uns eingekauft haben"
Und ich möchte mich fragen, warum ich überhaupt noch irgendwo einkaufe, wo mir nach dieser Welle des Misstrauens dann final irgendeine von hirnrissigen Marketingstrategen ausgeklügelte Sprachregelung um die Ohren gehauen wird, die weder von dem, der sie ausspricht, noch von denen, die sie sich ausgedacht haben, je ernst gemeint war.
Und dann erinnere ich mich wieder: es ist Abend, ich habe Hunger und Rewe hat Essen. Das wars und so einfach kann das Leben sein.
Also, danke, dass Sie sich die Zeit genommen haben, diesen Post zu lesen und besuchen Sie uns bald wieder und, achja, beachten sie doch bitte auch noch die Werbung, ohne die dieser Post nie zustande gekommen wäre und, wenn ihnen das alles gefallen hat, dann sagen sie es weiter und bekommen dafür von uns einen Bonuspost an Ihre E-Mail-Adresse geliefert, die Sie uns bitte hier eintragen und die wir, vielleicht, auch nicht an Dritte weitergeben werden.
Bedenken sie aber, dass das unerlaubte Kopieren dieses urheberrechtlich geschützten Posts (nein Google, das gilt für Dich natürlich nicht) zu hohen Geld- oder auch Gefängnisstrafen führen kann, denn manch ein Papa ist (glaubt man der Kinovorschau) schon eingebuchtet und muss sein Kind durch Gitter aufwachsen sehen weil er irgendeinen langweiligen Hollywood-Schinken mit seiner Handycam gefilmt hat. Und das, hochgeschätzter Leser, wollen wir doch alle nicht.
Danke und "Oli - Tabakschlüssel bitte!"
Nun ja, es gibt Schlimmeres, als zu viel Auswahl zu haben, richtig: zu wenig zu haben. Alles Paletti und alles auch soweit verstanden und akzeptiert. Also wurschtel ich mich durch den Rewe und wenn ich mich in den Regalreihen verliere, mutmaßend, dass die doch schon wieder irgendwie umgestellt wurden, denke ich an den EDEKA Scheck-in (was das zu bedeuten hat ist mir bis heute ein Rätsel) und freue mich, dass ich aus meinem Bad-Vilbel-Südbahnof-Rewe im schlimmsten Falle wenigstens sofort wieder rausfinde. Auch dank des Security-Mannes, der sich am Eingang langweilt, der hülfe mir bestimmt, denke ich dann so.
Endlich an der Kasse, treffe ich auf eine lange Schlange, die nun auch seitens des Kassierers bemerkt wird, was ihn zum x-ten Male dazu bringt "zweite Kasse bitte, Herr Ogluboglu bitte!" in sein Mikro zu säuseln. Und während diejenigen, die eigentlich zuletzt an die Kasse kamen, nun (naturgemäß) plötzlich als erste an der neuen Kasse stehen, freue ich mich, dass Herr Ogluboglu sich noch `ne Menge Zeit lässt und ich am End doch noch vor den Vordränglern an die Reihe komme.
Weit gefehlt, denn plötzlich plätschern andere Worte aus der Lausprecheranlage: "Storno, Herr Oglubogul, Storno bitte!" Nun kommt der gelangweilte Herr O. also mit einem Schlüssel an die Kasse, steckt ihn rein, dreht ihn rum und schenkt dem weiteren Vorgehen keine Beachtung. Hier könnten nun Goldbarren verschoben werden und ich frage mich, wieso denn der Kassierer nicht gleich selbst sein doofes Storno durchführen kann.
Ich rege mich nicht auf, denn ich weiß ja, dass ich ein Begehr in mir trage, das zu weiteren Verzögerungen führen wird: Ich höre es schon als nächstes aus dem Lautsprecher tönen:
"Tabakschlüssel bitte, Tabakschlüssel."
Warten
"Tabakschlüssel bitte, Tabakschlüssel"
Warten
Enldich kommt der Tabakschlüssel und ich wundere mich, warum nicht nur dem Kunden unterstellt wird, dass er wohl den Tabak (und die Rasierklingen und den teueren Weinbrand) gerne klaut, sondern scheinbar auch dem Personal, dem eigenen wohlgemerkt.
Und in diesen Gedanken an das scheinbare Misstrauen der ganzen Welt des Einkaufs gegenüber tönt zum Schluss dann das von mir am meisten Befürchtete:
"Danke, dass Sie bei uns eingekauft haben"
Und ich möchte mich fragen, warum ich überhaupt noch irgendwo einkaufe, wo mir nach dieser Welle des Misstrauens dann final irgendeine von hirnrissigen Marketingstrategen ausgeklügelte Sprachregelung um die Ohren gehauen wird, die weder von dem, der sie ausspricht, noch von denen, die sie sich ausgedacht haben, je ernst gemeint war.
Und dann erinnere ich mich wieder: es ist Abend, ich habe Hunger und Rewe hat Essen. Das wars und so einfach kann das Leben sein.
Also, danke, dass Sie sich die Zeit genommen haben, diesen Post zu lesen und besuchen Sie uns bald wieder und, achja, beachten sie doch bitte auch noch die Werbung, ohne die dieser Post nie zustande gekommen wäre und, wenn ihnen das alles gefallen hat, dann sagen sie es weiter und bekommen dafür von uns einen Bonuspost an Ihre E-Mail-Adresse geliefert, die Sie uns bitte hier eintragen und die wir, vielleicht, auch nicht an Dritte weitergeben werden.
Bedenken sie aber, dass das unerlaubte Kopieren dieses urheberrechtlich geschützten Posts (nein Google, das gilt für Dich natürlich nicht) zu hohen Geld- oder auch Gefängnisstrafen führen kann, denn manch ein Papa ist (glaubt man der Kinovorschau) schon eingebuchtet und muss sein Kind durch Gitter aufwachsen sehen weil er irgendeinen langweiligen Hollywood-Schinken mit seiner Handycam gefilmt hat. Und das, hochgeschätzter Leser, wollen wir doch alle nicht.
Danke und "Oli - Tabakschlüssel bitte!"
Donnerstag, 21. Juli 2011
Gibt es eigentlich noch richtiges Fernsehen?
Gastbeitrag von René
Los geht der Quatsch mit den Talkshows: Arabella, Sabrina, Nicole, Britt, Andreas Türk, Richi, Vera, Oliver Geissen, Fix (und), Foxi, Adam (und), Eva ,Tina (und), Eik.
Für 100,– € Plus Übernachtung machen sich Idioten zu Deppen und bekommen gratis obendrauf, dass sie auf YouTube oder bei Stefan Raab gleich noch mal ausgelacht werden.
Und dann der ganze Pseudo-Reality-Quatsch: Mitten im Leben, Betrugsfälle, Verdachtsfälle, Die Trovatos, Familien im Brennpunkt, Die Schulermittler, Zwei bei Kallwass, Richter Alexander Hold. Richterin Barbara Salesch, X-Dairies, mir steckt ein Furtz quer, meine Mutter nervt, Hartz VI ist scheiße.
Muss das sein? Muss man im TV zeigen, wie ein Mann seiner Frau eine "Freude" macht, indem er Vormittags ein KG Spaghetti kocht, das seine Frau dann von seinem Körper essen soll? Was kommt als Nächstes? Ein Planschbecken voller Vanillepudding samt Ehemann zum Nachtisch? Wenn das Mitten aus dem Leben ist, dann kann die Steigerung nur Salat aus der Arschritze sein. Oder vielleicht als Snack zwischendurch Salzstangen aus der Rotznase. Warum machen sich Menschen ernsthaft für das Trinkgeld zum Vollidioten, warum gibt es Redakteure und Autoren, die den Dreck schreiben und ernsthaft durchziehen und warum sind das dann noch Klick-Hits auf YouTube?
Ich brauch 'nen Tequila: Das Salz von der Kopfhaut geleckt, den Tequila aussem Ohr geschlürft und dann die Zitrone zwischen den Fußzehen herausgepickt.
PROST!
Mittwoch, 6. Juli 2011
Eigentlich fällt mir dazu nix mehr ein…
Denn eigentlich flog mir beim Lesen aktueller Schlagzeilen derart das Tablett weg, dass ich direkt was dazu schreiben wollte. Dazu, dass nun dieselben Politiker, die die Rating-Agenturen installiert haben, die gesetzlich verankert haben, dass drei amerikanische Agenturen über Wohl und Weh des internationalen Kreditwesens entscheiden, eben diese Politiker nun heulen, weil diese Agenturen ihre Arbeit machen. Ich wollte schreibend fragen, ob nun die Tatsache, dass überhaupt noch jemand seinen Job macht die Politik so erschreckt hat, oder die, dass nun das gerade wieder lieb gewonnene Portugal beim Rating so schlecht abschnitt. Wollte mich darüber auslassen, wie überflüssig diese lästigen Rating-Agenturen und die ihnen bei vollem Bewusstsein zugewiesene Macht ist (ich gehe doch davon aus, dass Politik noch bei Bewusstsein geschieht, selbst wenn viele Indizien anderes vermuten lassen). Und ich wollte mich und das geneigte Leser fragen, ob ein solches Maß an Schizophrenie überhaupt noch behandelbar ist.
Aber ich lass' es. Denn was heute in Sachen Rating-Agenturen durch die Schlagzeilen geht ist so in sich hohl und blöd und ekelerregend, dass mein Drang jemandem dafür ins Gesicht zu schlagen den Drang etwas dazu zu schreiben überwiegt.
Aber ich lass' es. Denn was heute in Sachen Rating-Agenturen durch die Schlagzeilen geht ist so in sich hohl und blöd und ekelerregend, dass mein Drang jemandem dafür ins Gesicht zu schlagen den Drang etwas dazu zu schreiben überwiegt.
Sonntag, 3. Juli 2011
Facebook verbieten
Da stöbere ich heute, nichts böses ahnend, so durch die Schlagzeilen im Spiegel und finde das: Forderung nach Verbot – Innenminister sagen Facebook-Partys den Kampf an.
Nach dem Durchlesen dieses Schwachsinns, fällt mein Blick unweigerlich auf den Kalender: 1. April? Nein. Hmmmm. Jemand meint das ernst. Mein zweiter Gedanke lehnt sich an eine Bild-Kampagne: Jeder Schwachsinn braucht einen bekloppten, der ihn sich ausdenkt. Aber damit ist es nicht getan. Gleich drei Innenminister der Länder meinen, sie müssten derlei ernsthaft äußern. Und neben dem Spiegel meinen mehrere Medien, sie müssten auch noch darüber berichten.
Ein Verbot solcher Zusammenkünfte wird da gefordert, von der Notwendigkeit eines Internet-Führerscheins ist die Rede und davon, dass die Jugendlichen nicht wüssten, was sie anrichten, wenn sie sich plötzlich zu hunderten auf einer Party träfen, die wieder mal irgendeine dämliche Schnalle in Facebook vergessen hat auf "privat" zu stellen. Und Herr Schünemann wird zitiert, dass die Aufräumarbeiten nach einer solchen Sause schonmal "mehrere tausend Euro kosten" können. Ui! Mir wird bang! Mehrere tausend? Echt jetzt? Man möge den Ausnahmezustand ausrufen!
Ja geht's denn noch? Waren die Zimmermädchen zum Besteigen aus? Ist in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Bayern (gut, Bayern ist keine Überraschung) sonst nix zu tun?
Haben die Erfüllungsgehilfen der Geldsäcke, die sich zu Verklärung ihres Tuns "Politiker" nennen, echt keine anderen Sorgen? Und ist denn noch immer nicht gelernt, dass die alte "härtere Strafen/verbieten"-Klatsche noch nie was genutzt hat und auch diesmal wieder fehlschlagen wird?
Und wie zur Hölle soll ich überhaupt irgendeinen Schrecken bei "mehrere tausend Euro" bekommen, wenn ich mir in Erinnerung rufe, dass mehrere zig-Milliarden Euro in marode Banken gepumpt wurden und derzeit in eine marode Volkswirtschaft gepumpt werden? Wollt Ihr mich verarschen?
Ich bin sicher, die meisten Steuerzahler werden bereit sein (und ich presche gerne vor) fünf Euro zu überweisen, damit die immensen Kosten der Facebook-Ausschreitungen bis ins nächste Jahrtausend gedeckt sind.
Und wenn ein solcher Schwachsinn schon ausgedacht (und dann auch tatsächlich veröffentlicht wird), dann macht es künftig doch bitte richtig: Der sicherste Weg, solche Zusammenkünfte zu vermeiden ist, Facebook zu verbieten. Diese halben Sachen ständig gehen mir eh gegen den Strich. Rumms – Klappe zu – Facebook-Nutzer sind Kriminelle – und nicht nur potenziell. Die treffen sich auf Partys und sind nichtmal eingeladen – subversiv ist das und in höchstem Maße gefährlich! Dagegen ist das Regime Saudi Arabiens eine Ansammlung von Waisenknaben. Deshalb bekommen die ja auch deutsche Panzer. Facebook-Nutzer, die Spaß haben, bekommen den Knüppel eines deutschen Polizisten zwischen die Beine – das schafft Struktur.
Und wo wir dabei sind, beim Verbieten, noch ein Tipp für den bayrischen Innenminister. Der nämlich wollte Alkohol in öffentlichen Verkehrsmitteln verbieten, weil in letzter Zeit offenbar gehirnamputierte Jugendliche in U-Bahn-Stationen zu Tätern werden. Kein Verständnis für diese Schwachköpfe, klare Sache, aber auch hier: Der Vorschlag greift zu kurz. Wenn schon verbieten, dann richtig: Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel erst ab dem 30. Lebensjahr, meinetwegen den Führerschein ab 16, dann können die Idioten einfach an den nächsten Baum fahren, statt in der U-Bahn herumzupöbeln. Auf jeden Fall mal ordentlich verbieten, statt immer nur ein bisschen. Achja - und auf jeden Fall härtere Strafen verhängen, das hilft. Deshalb sind die USA so ein friedliches Land.
Weiter so!
Nach dem Durchlesen dieses Schwachsinns, fällt mein Blick unweigerlich auf den Kalender: 1. April? Nein. Hmmmm. Jemand meint das ernst. Mein zweiter Gedanke lehnt sich an eine Bild-Kampagne: Jeder Schwachsinn braucht einen bekloppten, der ihn sich ausdenkt. Aber damit ist es nicht getan. Gleich drei Innenminister der Länder meinen, sie müssten derlei ernsthaft äußern. Und neben dem Spiegel meinen mehrere Medien, sie müssten auch noch darüber berichten.
Ein Verbot solcher Zusammenkünfte wird da gefordert, von der Notwendigkeit eines Internet-Führerscheins ist die Rede und davon, dass die Jugendlichen nicht wüssten, was sie anrichten, wenn sie sich plötzlich zu hunderten auf einer Party träfen, die wieder mal irgendeine dämliche Schnalle in Facebook vergessen hat auf "privat" zu stellen. Und Herr Schünemann wird zitiert, dass die Aufräumarbeiten nach einer solchen Sause schonmal "mehrere tausend Euro kosten" können. Ui! Mir wird bang! Mehrere tausend? Echt jetzt? Man möge den Ausnahmezustand ausrufen!
Ja geht's denn noch? Waren die Zimmermädchen zum Besteigen aus? Ist in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Bayern (gut, Bayern ist keine Überraschung) sonst nix zu tun?
Haben die Erfüllungsgehilfen der Geldsäcke, die sich zu Verklärung ihres Tuns "Politiker" nennen, echt keine anderen Sorgen? Und ist denn noch immer nicht gelernt, dass die alte "härtere Strafen/verbieten"-Klatsche noch nie was genutzt hat und auch diesmal wieder fehlschlagen wird?
Und wie zur Hölle soll ich überhaupt irgendeinen Schrecken bei "mehrere tausend Euro" bekommen, wenn ich mir in Erinnerung rufe, dass mehrere zig-Milliarden Euro in marode Banken gepumpt wurden und derzeit in eine marode Volkswirtschaft gepumpt werden? Wollt Ihr mich verarschen?
Ich bin sicher, die meisten Steuerzahler werden bereit sein (und ich presche gerne vor) fünf Euro zu überweisen, damit die immensen Kosten der Facebook-Ausschreitungen bis ins nächste Jahrtausend gedeckt sind.
Und wenn ein solcher Schwachsinn schon ausgedacht (und dann auch tatsächlich veröffentlicht wird), dann macht es künftig doch bitte richtig: Der sicherste Weg, solche Zusammenkünfte zu vermeiden ist, Facebook zu verbieten. Diese halben Sachen ständig gehen mir eh gegen den Strich. Rumms – Klappe zu – Facebook-Nutzer sind Kriminelle – und nicht nur potenziell. Die treffen sich auf Partys und sind nichtmal eingeladen – subversiv ist das und in höchstem Maße gefährlich! Dagegen ist das Regime Saudi Arabiens eine Ansammlung von Waisenknaben. Deshalb bekommen die ja auch deutsche Panzer. Facebook-Nutzer, die Spaß haben, bekommen den Knüppel eines deutschen Polizisten zwischen die Beine – das schafft Struktur.
Und wo wir dabei sind, beim Verbieten, noch ein Tipp für den bayrischen Innenminister. Der nämlich wollte Alkohol in öffentlichen Verkehrsmitteln verbieten, weil in letzter Zeit offenbar gehirnamputierte Jugendliche in U-Bahn-Stationen zu Tätern werden. Kein Verständnis für diese Schwachköpfe, klare Sache, aber auch hier: Der Vorschlag greift zu kurz. Wenn schon verbieten, dann richtig: Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel erst ab dem 30. Lebensjahr, meinetwegen den Führerschein ab 16, dann können die Idioten einfach an den nächsten Baum fahren, statt in der U-Bahn herumzupöbeln. Auf jeden Fall mal ordentlich verbieten, statt immer nur ein bisschen. Achja - und auf jeden Fall härtere Strafen verhängen, das hilft. Deshalb sind die USA so ein friedliches Land.
Weiter so!
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