Mittwoch, 8. Juni 2011

Bohrende Frage

Was macht eigentlich jemand mit einem Waschzwang oder einer ähnlichen Reinlichkeitsneurose in Anbetracht all der medialen EHECtic um ihn oder sie herum? Verdoppeln solche Menschen jetzt die Bemühungen? Oder sitzen sie – das erste Mal in ihrem Leben – ruhig in ihren Badewannen und denken "Ha, hab' ich doch immer gewusst."

Sowas beschäftigt mich wirklich.

Verschwörungstheorie

Ich glaube ja, dass die Japaner Fukushima gar nicht in den Griff bekommen wollen, da sie den Erfolg des Godzilla-Remakes von Emmerich nie verwunden haben. Nun pumpen sie fleißig radioaktives Wasser in den Pazifik und warten darauf, dass endlich ein reales, mutiertes Biest den Weg nach Kalifornien schafft und dort an Land geht.
Gipfeln wird all das in einem Werbespot, in dem sich ein Honda Jazz – auf der Flucht vor Godzilla 2011 – zwischen all den querstehenden Dodges, Camaros, Hummers und Mustangs erfolgreich in sichere Gefilde schlängelt.

So sieht's nämlich aus!

Das wird es wohl nie geben

Einen Online-Buchstabierwettbewerb.
"Buchstabieren Sie Gesundheit."
"G-E-S-U-N-D-H-E-I-T"
"Bravo!"

Einen Navi für den Supermarkt.
"Zum Salz bitte am dritten Regal links abbiegen, dann 7 Meter geradeaus, dann rechter Hand ganz unten, zwischen Dosenfisch und Frischhaltefolie."

Menschen mit so viel Chuzpe, dass sie ausnahmslos jede Überweisung an Behörden und Ämter mit dem Betreff "Für sexuelle Gefälligkeiten" tätigen.

Einen Mann der sagt: "Hör auf mich zu blasen, sonst hol' ich die Polizei".

Eine Frau die sagt: "Mein Kind ist nicht faul, es ist einfach unfassbar blöd."

Offline-Cybersex
"Ohja, gib's mir gib's mir. Neeee, nich anfassen!"

Das große Guiness-Buch der gescheiterten Rekordversuche.

Word-Nutzer die wissen dass … nur ein Zeichen ist, nicht drei, fünf oder sieben........

Eine Verlierer-Ehrung.

RTL ohne fremdschämen.

Klatschreporter die verstehen, dass der beste Weg mit Idioten umzugehen ist, nicht über sie zu berichten!

… wird fortgesetzt.

Dienstag, 7. Juni 2011

Lieber Herr D`Inka

Danke, danke, danke! Ich möchte weinen vor Glück ob Ihrer Antwort in der F.A.Z. (Rhein Main Zeitung vom Montag, den 06.06.2011) auf eine dieser vielen unsinnigen, nörglerischen emails, die von "Wutbürgern" oder, wie Sie es nennen, "Nölschreibern", ich möchte es ergänzen durch "Terrorkunden" verfasst werden.

Dieser Eine nämlich mochte sich darüber aufregen, dass "die" Zeitungen ein "hartnäckiges Schweigen" über den Namen der Unternehmen, in denen EHEC-Verdacht herrschte an den Tag legten. "Bevormundung" wähnte er und unterstellte den Zeitungen gleich auch noch eine übergroße Nähe zu Anzeigenkunden und Unternehmen. Und so ließen Sie - freundlicherweise mit Ankündigung - dem Mailer Ihren Unmut spüren über die zunehmende Verrohung schnell gefertigter Anschreiben, gefördert durch die Erfindung der email.

Dem möchte ich mich anschließen, vor allem im Zuge der nicht abebben wollenden Diskussionen über die Servicewüste Deutschland. Ich möchte neben dem viel propagpagierten Wutbürger und dem Kundenterror eine neue Spezies ausmachen, nämlich den Terrorkunden.

In diesem Sinne:

Liebe, sehr geehrte Kunden,

ich weiß, dass Sie Rechte haben und auch gerne in Anspruch nehmen, Rechte übrigens, die sich manchmal nicht einmal mit Grundrechten der Bundesreprublik Deutschland vereinbaren lassen ("Die Würde" und so).
Deshalb nehmen Sie bitte zur Kenntnis, dass es sich einfach nicht gehört, eine email ohne Anrede zu verfassen (ja, es gehört sich nicht!); ebenso zweckfreie, nicht zu entschlüsselnde Abkürzungen, die kein Mensch (ja, Händler sind auch Menschen, falls Ihnen das entgangen sein sollte) versteht, weil Sie sich diese erst beim Schreiben in Ihrem kleinen Kopf ausgedacht haben.

Bitte unterlassen Sie auch das Hervorheben von Ihrer Meinung nach wichtigen Textpassagen durch Fettschrift oder (noch viel schlimmer) drei Frage-, Ausrufungs- oder sonstirgendwelchen Zeichen. Der Imperativ ist eben nicht immer Sexy.

Und - Achtung lieber Terrorkunde, jetzt kommt das Wichtigste - vergessen Sie dieses widerliche "MFG" oder, weitaus schlimmer, "mfg", es sei denn Sie möchten, dass der Empfänger Ihrer email sofort erkennt, dass Sie nichts im Kopf haben.

Haben Sie das verstanden??? Danke!!!

Montag, 6. Juni 2011

Der Community-Bullshit

Community = Gemeinde, Gemeinschaft, Gemeinsamkeit (dict.cc).

Ich glaube ja, das Gemeine an so einer Gemeinde ist, dass sie meist gar nicht so gemeint ist.

Die älteste mir bekannte Gemeinde trifft sich Sonntags und vergleicht die Otto-Katalog-Bestellungen der vergangenen Woche. Der gemeinsam vorgeheuchelte Ansatz ist ein anderer, aber ob sich die Mitglieder einer Gemeinde auch unter der Woche mit dem Arsch anschauen, wird im Moment der Gemeinsamkeit nicht verhandelt. Die wahrscheinlich absurdeste Gemeinde dürfte die Facebook-Community sein. Knapp 600 Millionen Menschen weltweit bilden eine Gemeinschaft, in der Verbundenheit in gemeinsamen Interessen nicht einmal virtuell hergestellt werden kann. Und das ist gut so. Viel wichtiger scheint doch dem Bewohner der ersten Welt im 21. Jahrhundert seine Individualität zu sein – wozu dann das allgegenwärtige Community-Gebrüll gut sein soll, erschließt sich mir nicht.

Ich selbst bin ja Mitglied zweier weiterer Gemeinden: Der Mac- und der Gay-Community. Da wird man gar nicht gefragt, geschweige denn könnte man austreten wie aus der Gemeinde weiter oben. Die erste der beiden wird immer dann heraufbeschworen, wenn jemand seinen Geldbeutel damit füllen kann und die zweite, wenn jemand sein Ego wixt streichelt. Im Regelfall formiert sich die erstgenannte gerne immer dann reflexhaft, wenn irgendwo "Windows" steht und kümmert sich ansonsten um das individuelle Wohl und die zweite Community besteht immer einmal im Jahr pro Großstadt ein Wochenende lang, zum CSD. Den Rest des Jahres können nämlich die Lesben nicht mit den Schwulen, die Boys nicht mit den Bären, die Tunten nicht mit den Straight-Actors, Leder nicht mit Plüsch und Politik nicht mit Party.

Wozu dann also das Etikett und all der denglishe Käse drumrum? "Interessengemeinschaft für einen bestimmten, sehr kurzen, Zeitraum" wäre ehrlicher, klingt halt Scheiße, selbst abgekürzt. Nicht annähernd so sexy wie ELSTER für ELektronische STeuerERklärung, aber das ist ein anderes Thema. Und selbst "Interessengemeinschaft" scheint mir schon zu hoch gegriffen, selbst dann, wenn man sich bewusst macht, dass da nur ein Fugen-N drin ist und nichtmal der Plural von Interesse gemeint ist. Schaut man sich aber das gemeinsame Interesse der Veranstaltungen von z.B. Mac- oder Gay-Community an, dann bildet man in jedem Geschäftsmeeting eine Community und ich bestehe darauf, dass künftig jeder Stammtisch und jeder Gangbang "Community" genannt wird. Ich freue mich auf Schilder in Kneipen wie: "Sauf-und-über-die-eigene-Ehefrau-Läster-Community" oder "Hier trifft sich die Kegel-Community von 1895" und auf das Schild: "Swinger-Oase – Ihre Pärchen-und-Singlemänner-die-etwas-mehr-Eintritt-bezahlen-um-einen-wegzustecken-Community".

Konsequenterweise wäre ja dann auch der Koberer auf der Reeperbahn ein Community-Builder. Und ist Community-Building nicht genau genommen ein anderes Wort für missionieren? Klingt halt so altbacken und hat ein Geschmäckle. Da gibt es nun eigene Abteilungen für das Community-Building in Unternehmen und an keiner Tür steht "Und willst Du nicht mein Bruder sein, dann schlag ich Dir den Schädel ein". Gemein eigentlich, denn so ist Gemeinde ja irgendwie gemeint.

Die beschworenen Gemeinden jedenfalls existieren nicht. Und das Anheften eines schicken englischen Etiketts gibt dem ganzen nicht mehr oder weniger Sinn. Nur immer dann wenn man die Gemeinschaft hinterfragt, wedeln lauter Individuen aus den unterschiedlichsten aber immer egoistischen Gründen mit der Community-Fahne. Das ist albern. Lasst die Kirche im Dorf – der vielleicht letzten ernst gemeinten Community. Okay, der Porn-Community will ich ebenso ein echtes gemeinsames Interesse zugestehen.

Und obwohl "Ich hoffe die Community hat viel Fun mit diesem Post" cooler aber auch irgendwie kindischer klingt als "Ich hoffe die Gemeinde hat viel Spaß mit diesem Eintrag", sollte man am besten keins von beidem je irgendwo hinschreiben.

Samstag, 4. Juni 2011

Oder doch?!

Nun, mein lieber, die Talkshowkultur ist seit Plasbergs Start in die öffentlich rechtlichen, ach was sag ich, seit Christiansen uns mit Ihren "High-End-Diskussionsrunden" beglücken durfte, eh hernieder. Olaf Henkel und Fips Asmussen, achne wie heißt er noch? Richtig: Utz Claasen (gerne mit Jutta "nicht-von" Ditfurth, eigentlich Jutta Gerta Armgard von Ditfurth, im das-ist-aber-mein-Förmchen-Format) haben jedenfalls das Ihrige dazu beigetragen, dass all die sonst Vergessenen eben nicht vergessen werden und die Welt mit Ihrem aberwitzigen Müll zudüngen. Anne Will ist da doch noch die hübscheste Entsorgerin ihres Faches - ich mag gar nicht an Günther Jauch denken.

Warum also nicht die Gunst der Stunde nutzen, da ein Millionenpublikum sich scheinbar aufs Müllessen eingeschossen hat, und Alice Schwarzer die Richerterin-Salesch-Show übernehmen lassen? Vom Intellekt sollte es passen und ein geeignetes Kachelmann-Double wird sich auch finden lassen.

Klar, man könnte Kachelmann selbst bemühen, tauchte der nicht (nachdem er - rein hypothetisch mal so in die Zukunft gedacht - nach eingereichter Revision nun doch nicht wieder in seine Company einsteigen darf) für RTL nach den verschwundenen Ölmassen, die vielleicht doch nicht alle von welchen Bakertein auch immer gefressen wurden (hat Obama eigentlich noch den Friedensnobelpreis und wenn ja, warum?).

Alice könnte zudem live aus Libyen berichten - da gäbs doch so den ein oder anderen Mann, der an den Pranger gehörte, gerne auch mal mit gefühlten Mutmaßungen dort platziert. Wie wäre es mit ner lybischen Emma (die könnte AYA heißen, immerhin der beliebteste Libysche weibliche Vorname dortzulande).

hat Alice Schwarzer eigentlich nen Doktortitel? In diesem Sinne!

Mittwoch, 1. Juni 2011

…führe uns nicht in Versuchung…

Liebe Talkshow-Redakteure/-innen,
wahrscheinlich ist es längst zu spät. Dennoch: Bitte nicht! Nicht machen! Einfach mal der Versuchung widerstehen. Das möchte keiner sehen. Wirklich! Es drängt sich auf, ja, aber ich möchte das nicht und ich behaupte, viele andere möchten das auch nicht. Ich will es nicht bei Anne sehen und auch nicht bei Markus und schon gar nicht bei Kerner. Auch nicht in der Kocharena. Und ins BigBrother-Haus werden die beiden bitte auch nicht eingeladen. Auch die zwei bei drei nach neun – bitte Nein. Vielleicht – und nur als allerletzte Option, wenn es sich denn wirklich gar nicht vermeiden lässt – in einem neuen aber auch ganz traditionellen Format: dem Duell. Nennt es meinetwegen Promi-Duell und zieht es über 90 Minuten hin, aber in der Summe: Rücken an Rücken, auf Kommando zehn Schritte voneinander weg und Bumm. Aber das wäre wirklich das einzige Format, in dem ich Schwarzer und Kachelmann in derselben Sendung ertragen möchte.